Mittwoch, 20. April 2016

Meine erste selbstgestrickte Haube

Beim Handarbeiten fällt es mir leider sehr schwer, mit Ausdauer an einem längeren Projekt zu arbeiten, daher suche ich mir mittlerweile schon bewusst Sachen, die schnell fertig sind, weil sie sonst ewig unvollendet in irgendeiner Schublade ein tristes Dasein fristen.

Mit dem Stricken bin ich nicht so vertraut wie mit dem Häkeln. In der Schule mussten wir ein paar Mal etwas Stricken, das wurde bei mir immer so ungleichmäßig und vor allem locker, also habe ich es seither gelassen. Mit dem Häkeln habe ich immer gleichmäßigere Ergebnisse vollbracht. 

Doch in den vielen Blogs findet man mittlerweile wunderbare Anleitungen und so habe ich mich doch wieder an ein Nadelspiel gewagt.
Dabei ist diese kuschelige Haube, sogar sehr schnell, entstanden. Perfekt ist sie zwar nicht, aber sie ist tragbar und der Farbverlauf gefällt mir richtig gut.

Die Wolle - Rigato von Wolle Rödel - habe ich mir bei einem Deutschland Besuch im Idee Creativmarkt gekauft. 

Die Anleitung ist vom Bastelschaf und war sogar für mich sehr gut verständlich. Vielleicht freunde ich mich ja doch noch mit dem Stricken an (wenn es nur immer so schnell gehen würde).






Ich bin zwar mit der Haube jahreszeitlich schon etwas spät dran, für mich passt sie aber noch, immerhin fahre ich am Wochenende wieder in den Lungau, wo man noch immer ein bisschen Skifahren kann, juchu! Und jetzt schicke ich sie noch zu Createinaustria.

Cuba November 2015 - Trinidad, Valle de los Ingenios

Trinidad ist für mich einer der sehenswertesten Orte auf Cuba - und das scheint auch für zahlreiche weitere Touristen so zu sein, denn das Städtchen wird von Besuchern regelrecht überrannt. Viel mehr Touristen kann man eigentlich gar nicht mehr auf einem Haufen antreffen. Tagestouristen werden Busweise aus Varadero herangekarrt und abends wieder abgeholt - dann wird es ein wenig überschaubarer, aber man trifft immer noch sehr sehr viele Reisende, was ja aber durchaus auch ganz nett sein kann.

Karibik pur! (das Wetter leider nicht)
Der Pfarrer dieser Kirche ist irgendwann mal mit dem Geld für den Kirchturm in die USA geflüchtet, daher fehlt der Turm.

Wenn man in Trinidad die Menschenmassen ausblendet, kann man sich sehr gut vorstellen, wie der Ort in der Kolonialzeit ausgesehen hat. Aufgrund der nachlassenden Bedeutung des Zuckerhandels wurde Trinidad nämlich nicht modernisiert, so blieben alte Kopfsteinpflasterung und Gebäude im ursprünglichen Stil erhalten. Die Phantasie geht an solchen Orten gerne mit mir durch und ich träume mich in alte Zeiten hinein (wobei meine Phantasie vermutlich so gut wie gar nichts mit der damaligen Lebensrealität zu tun hat...)

In Trinidad kann man es also gut ein Weilchen aushalten, durch die Straßen flanieren und mit diversen Tagesausflügen für Abwechslung sorgen. 


Wir haben an einem leider sehr verregneten, kühlen Tag das "Valle de los Ingenios" - das Tal der Zuckermühlen besucht. Dafür haben wir uns früh morgens zum kleinen Bahnhof begeben. Anfänglich waren wir noch die ersten, nach und nach trudelten aber mehr Touristen und ein paar einheimisches Guides ein. Typisch Cubanisch wäre es ja, zu fragen, wer der letzte in der Reihe ist (quien es el ultimo?) und dann wartet man brav, bis man dran ist. Nicht so mit den Touristen - da hilft nur die Ellbogen ausfahren und seinen Platz verteidigen. Die Plätze im Zug sind nämlich rar und man mag ja nicht als zweiter am Bahnhof sein und dann keinen Platz mehr bekommen...ich finde das cubanische Nachfragen nach dem letzten wirklich eine gute Idee, aber vielleicht sind wir Europäer dafür leider schon zu individualistisch?

Die Fahrt in dem alten Zug war dann ganz nett. Der Zug hat jedoch keine Fenster, es war kalt und hat geregnet....wir hatten wenigstens Regenjacke und Halstuch dabei, aber gemütlich ist anders...

Dorfidylle - die Häuser sehen von außen meist schlimmer aus, als sie es innen sind
Weil es die Cubaner aber offenbar langweilig finden, in einem Zug durch die wilde Landschaft zu tuckern und einfach nur die Aussicht zu genießen, haben sie mittels eines Alleinunterhalters für die musikalische Untermalung der Fahrt gesorgt. Der nette Gitarrero hat in allen 3 Waggons das gleiche Repertoire zum Besten gegeben und danach natürlich jeweils gerne ein paar CUC entgegengenommen. Zu diesem Zeitpunkt war ich von der Zwangsbeschallung + Zwangsgeldspende schon etwas genervt und habe nicht begeistert mitgesungen, wie einige andere Touristen. (Ich bin eine Spaßbremse, ich weiß). In weitere Folge des Urlaubs haben uns aber die lustigen Gassenhauer so manchen Lachanfall geschenkt....(kukurukukuuuuuuuuuuuu paloooommaaaaa)...auf Anfrage gebe ich gegen eine Spende gerne eine Kostprobe davon zum Besten

Die Geier kreisen über dem Sklaventurm


Das Ausflugsziel mit dem Zug ist ein alter Turm aus der Sklavenzeit mit dazugehöriger Finca. Dorthin werden die Touris scharenweise in Bussen angeliefert, wie bei einer Ameisenstraße pilgern dann alle den Weg entlang zum Turm und den Turm hinauf, sodass man zeitweise schon gar nicht mehr wieder hinunterkommt, wenn man mal oben ist....von dem Turm haben früher wohl die Sklavenaufseher Ausschau nach faulen Sklaven gehalten. Eine schaurige Vorstellung. Die Aussicht war an dem Tag wegen des Wetters nicht so gut, aber man sieht sicherlich etwas von der nahen Sierra de Escambray und der üppigen Flora der Umgebung. Außerdem kann man beim Nachbarn in den Hof schauen - der Mann hat sich auch sichtlich beobachtet gefühlt, als er gerade mit nacktem Oberkörper sein Hausschwein gefüttert hat...
Aussicht über das Dorf
Die (Restaurant)Finca neben dem Sklaventurm
In der Finca nebenan könnte man Essen, wenn der Zug nicht gleich wieder fahren würde - ansonsten gab es ungefähr 400 Meter Marktstände, an denen den Touristen hauptsächliche weiße Tischdecken mit Häkelborten in verschiedenen Größen angedreht wurden. Zwischendrin gab es auch überteuerte Halsketten aus Samen, die man im Osten Cubas um die Hälfte kaufen konnte.

Souvenir, Souvenir
Weiter ging es dann noch mit dem Zug, vorbei an Bananenwäldchen,fröhlich winkenden Kindern und an Wäscheleinen flatternden Unterhosen zu einer anderen Finca mitten in der Pampa. 

Arztbesuch
Das mit den winkenden Kindern und den Unterhosen ist nicht meiner Phantasie entsprungen


Keiner der Mitreisenden (ca. 98% davon waren übrigens aus Deutschland) wusste, warum wir hier halten?!? Es stellte sich heraus, dass wir hier Essen bestellen sollten/konnten. Ein Teil der Gruppe war nicht hungrig und suchte nach Spazierwegen, von denen es hier draußen aber leider nicht wirklich welche gab. Leider fing es dann auch noch an, wie aus Kübeln zu gießen und so vertrieben mein Bruder und ich uns die Zeit in dem wir fasziniert die Mimosen sekkierten.
Augen zu und drüber
Die Rückfahrt mit dem Zug war dann auch wieder ziemlich kühl und nass. Spannend war, dass man sich beim Waggoneinstieg völlig ohne Schutzgitter hinstellen konnte, während man gerade über eine 4 Meter hohe Brücke fuhr, das wäre so in Europa nicht mehr möglich. 
Das Highlight für die mitfahrenden Eisenbahnfans war dann die Bergauf-Strecke, wo einer der Lokführer immer raushüpfen und Sand auf die Schienen streuen musste, damit der Zug bergauf fahren kann.
Faszination Eisenbahn - Kindheitsträume werden war in Cuba

Alles in allem war der Ausflug leider eine ziemliche Touristenfalle. Die Zugfahrt war der schönste Teil des Ausflugs, weil man so ein bisschen Einblick in die Natur und das Leben bekam. 

Ansonsten haben wir uns ehrlich gesagt ein bisschen etwas mehr Einblick in die Zuckerproduktion erwartet - weil wir doch ins Tal der Zuckermühlen gefahren sind. Dabei wäre es mir egal gewesen, ob es eher nur etwas historisches oder etwas über die aktuelle Produktion zu sehen gegeben hätte. 
Ich will nicht sagen, dass der Sklaventurm mit seiner Geschichte ein Reinfall waren - ich würde aber empfehlen dorthin vielleicht auf eigene Faust zu fahren, wenn nicht gerade die Touristenhorden einfallen. Wenn man das ganze aber nicht gesehen hat, wird man vermutlich aber auch nichts vermissen. 
Insgesamt kann ich es aber trotzdem als schönen Tag in Erinnerung behalten...der Sänger im Zug, die Landschaft und die Touristenabzocke hat uns schon wieder so amüsiert, dass wir noch heute darüber lachen :)

1) Kuba - Alles rund ums Geld

Dienstag, 26. Januar 2016

Essensplan Kalenderwoche 4

Bereits vorige Woche habe ich mal wieder den Vorsatz gefasst, einen Wochenplan fürs Essen zu schreiben - die Vorteile davon sind euch sicherlich bekannt. Am Wochenende fahren wir in den Lungau, und zwei Tage bin ich arbeiten, an den ersten drei Wochentagen probiere ich viel Neues aus. Bisher (heute ist Dienstag Abend) war alles ziemlich lecker, besonders der Tofu Burger hat uns positiv überrascht. Hier mein Plan (ohne Einkäufe):


MontagDienstagMittwochDonnerstagFreitagSamstagSonntag
Früh


SeminarArbeitSkifahrenSkifahren
MittagTagliatelle mit Mangoldsauce

Kürbis Karottensuppe mit Pistazienpesto
*lecker*
Rote Bete Tabouleh

Parmesan Pilz Quinotto
nach Walleczek
Wurst-
nudeln
KäsekrainerPasta Primavera
nach
Walleczek
AbendWintersalat 
*lecker*
Burger mit Tofu und Avocado
*lecker*

Türkische Linsensuppe

SeminarAuswärtsSchinken-Lauch- Aufstrich mit Brot
Einkauf








Viel Spaß beim Inspiration holen!
Mahlzeit!











Sonntag, 24. Januar 2016

Rote Rüben Laibchen

Obwohl im elterlichen Garten seit jeher rote Rüben wachsen, kamen sie bei uns bisher wenn überhaupt nur als Salatbeilage zum Einsatz.
Das wollte ich gerne ändern, weil ich gerne mehr Saisonales und Regionales in meinem Speiseplan einbauen wollte. Außerdem mag ich rote Rüben gerne - sie haben eine tolle Farbe und schmecken mir auch noch.
Das Rezept der roten Rüben Laibchen möchte ich hier gerne verewigen.



  1. 1 TL Salz
  2. etwas Pfeffer
  3. 1 wenig geriebene Ingwerwurzel (ca. 1 cm)
  4. Sonnenblumenöl zum Ausbacken
  5. 3 mittelgroße Rote Rüben
  6. 100 g Mehl
  7. 2 mittelgroße Kartoffeln



  8. Gemüse waschen, schälen und mit der Reibe raspeln (die rot gefärbten Hände werden beim Waschen wieder sauber), ebenso Ingwer fein raspeln.
  9. Gemüse mit Mehl und Gewürzen in einer Schüssel zu einem Teig vermischen und durchziehen lassen. Man merkt hier schon, dass der Teig ziemlich fest und patzig ist - man braucht wirklich kein Ei zum Binden, somit sind die Laibchen sogar vegan.

  10. Währenddessen habe ich einen Vogersalat mit einer halben Dose weißer Bohnen und einem leckeren Kernöldressing zubereitet. Außerdem habe ich aus Sauerrahm, Knoblauch, Salz und Pfeffer meinen heißgeliebten Dip zusammengerührt.

  11. Dann das Öl in einer Pfanne erhitzen. Mit den Händen oder mit zwei Löffeln aus der Gemüsemasse Laibchen in der gewünschten Größe formen - lieber nicht zu dick, damit sie auch schön durch werden.
    Bei mittlerer Hitze ausbacken, mit Salat und Dip servieren.



  12. Viel Spaß beim Nachkochen!
  13. Mahlzeit!

  14. Selten aber wenn dann gerne mache ich bei Linkparties mit, in diesem Fall createinaustria und Tobias kocht

Donnerstag, 21. Januar 2016

Kuba 2015 - Camagüey, die Stadt der 100 Kirchen

Camagüey erreichten wir nach einer Busfahrt relativ spät abends. Mit einem Taxi steuerten wir das Zentrum an und läuteten auf gut Glück beim erstbesten Anker-Zeichen (Schilder der Casas).


In der wunderschönen Altstadt lässt man sich am besten einfach treiben...
Die nette Dame hatte zwar kein Zimmer frei, bat mich aber herein und telefonierte ihre Bekanntschaften durch. Nach vielen Absagen erhielt sie die rettende Information.
Mit meinen mageren Spanischkenntnissen habe ich mich ganz gut geschlagen und mich doch ein wenig unterhalten können. Die Vermieterin fand mich ganz amüsant, weil ich mich erkundigte, warum denn so wenige Zimmer frei sind - ob denn ein Feiertag sei, wollte ich wissen. Doch es lag wohl lediglich an der Hochsaison.
Auf diese Weise haben wir jedoch den Jackpot aller Casas auf Kuba gewonnen - ein komplett neu eingerichtetes Zimmer in einer beeindruckenden Casa.


Frühstücken im Casa - bis einem der Bauch platzt
In Cuba ist der Innenhof gleichzeitig Wohn- und Esszimmer
Casas Duarte San Pablo
Senor Luis Mariano Guisado Tapia
San Pablo 64
71600 Camagüey
Tel: 0053 32 261219


Der Besitzer ist studierter Ökonom und leitete ein Hotel, verdient damit jedoch so viel wie jeder andere Kubaner (ca 20-25 CUC im Monat!) und hat sich daher selbstständig gemacht - denn als Selbstständiger verdient er im Tourismus viel mehr. Mit Weitblick renoviert er nun sein ererbtes Haus, ein Swimmingpool und eine Garage sind fast fertig, demnächst bietet er 4 Zimmer an und eine Aufstockung soll weitere Quartiere hinzufügen -
Wer also nach uralten durchgelegenen Matratzen und laut brummenden AC erstmal Luxus möchte, ist hier genau richtig!



Der Empangsbereich und Innenhof sind noch dazu sehr luxuriös mit gut erhaltenen Antiquitäten ausgestattet, sodass man erstmal mit offenem Mund stehenbleibt.
Und trotzdem kostet das Casa nicht mehr als alle anderen - also 25 CUC pro Nacht/Zimmer.
Abends bietet der Vermieter mit seiner Frau ein außergewöhnlich gutes und reichhaltiges Essen für 10 CUC an - derzeit ist das Quartier vielleicht noch ein Geheimtipp, unbedingt ausprobieren!


Einer der vielen Plätze - sehr schön restauriert!


In Camagüey zu sehen gibt es haufenweise kleine Plätze, oft mit einer Kirche dazu. Da die Plätze liegen ziemlich weitläufig verstreut, sodass wir sie per Bicitaxi (Fahrradrikscha) erkundet haben (1 Stunde, 6 CUC). Wir sind jetzt nicht so die Kirchenfans, haben aber alle brav fotografiert.

Die angeblich älteste Kirche der Stadt
Wenn man sich nicht so sehr dafür interessiert, reicht es auch, wenn man die wichtigsten Plätze zu Fuß aufsucht. Diese sind dann schon dank UNESCO sehr schön restauriert und man genießt eine tolle Atmosphäre bei einer TuKola oder einem Cristal. Nebenbei laufen vielleicht 20köpfige Touristengruppen an einem vorbei, aber davon darf man sich nicht stören lassen...

Ein weiterer Platz - wunderschön und daher Anziehungspunkt für die großen Reisegruppen

Einen ziemlich starken Mojito bekamen wir im Cafe de la Ciudad, nebenan ist der Internetplatz der Stadt, wo sich allabendlich Einheimische wie Touristen tummeln. Dort haben wir gemütlich einen Abend ausklingen lassen und die Leute bei ihren Videotelefonaten oder sonstigen Vergnügungen beobachtet.


Obst und Gemüse gibt es an jeder Straßenecke
Von Camagüey wollten wir weiter nach Trinidad - die Busverbindung ist leider sehr schlecht und bietet nur einen einzigen direkten Bus um 2:30 nachts. Wir habe schließlich unseren Vermieter gebeten, uns einen Fahrer zu organisieren und aufgrund unserer Unerfahrenheit einen stolzen Preis von 80 CUC bezahlt.
Gefahren hat uns ein Nachbar mit einem schrottreifen Auto. Bereits kurz nach der Stadtausfahrt hat das Auto das erste Mal schlapp gemacht und der Fahrer pumpte irgendwo beim Dieselfilter? Diesel raus. Mit meinen marginalen Spanischkenntnissen verstand ich, dass wohl der Straßenstaub Schuld sei. Und so mussten wir in unregelmäßigen Abständen Pausen einlegen, um den Diesel abzupumpen - was meiner kaffeegeplagten Blase zugute kam.

Irgendwann als wir wieder eine Panne hatten, stoppte ein Peugot. Die beiden Fahrer verhandelten irgendetwas und schon wurden wir wie Frachtstücke von einem Auto ins andere gesetzt und setzten unseren Weg nach Trinidad fort.


1) Kuba - Alles rund ums Geld

Mittwoch, 6. Januar 2016

Cuba November 2015 - Zwei Nächte in Santiago

Unser erstes Reiseziel nach der Ankunft in Havanna war Santiago. Wir haben beschlossen, die Reiseroute von hinten aufzurollen, damit wir am Ende unseres Urlaubs nicht die längste Strecke zurücklegen müssen, sollte es irgendein Problem geben...



Nach Santiago kommt man von Havanna aus sehr gut mit einem Viazul Bus. Die Reservierung für das Ticket haben wir bereits zu Hause im Internet gekauft, wir mussten es nur noch vor Ort in das echte Ticket umtauschen - was mir, nachdem ich zuerst den falschen Ticketschalter und dann den richtigen zur falschen Uhrzeit aufgesucht habe - schließlich auch einwandfrei gelungen ist.
Die Busfahrt hat 17 Stunden gedauert - im Vorhinein eine Horrorvorstellung.
Doch es war weit weniger schlimm wie befürchtet. Wir haben davon gut 15 Stunden verschlafen, weil wir noch unter dem Jetlag gelitten haben.

In Santiago angekommen haben wir unser erstes Casa Particular aufgesucht. Die Adresse hatte ich aus dem Reiseführer. Das Quartier war absolut in Ordnung, das Frühstück reichhaltig.
Im Lauf des Aufenthalts habe ich aber einen etwas komischen Eindruck vom Besitzer erhalten, der seine Bediensteten etwas ungut herumscheuchte und sogar mich einmal anpflaumte.
Ich bemerkte außerdem, dass der Besitzer sehr hellhäutig war, während die Bediensteten allesamt dunkle Haut hatten. - das ist mir auch später in den Casas ab und zu aufgefallen.
Im Lauf des Urlaubs habe ich mich dann mit anderen Touristen darüber unterhalten und erfahren, dass es tatsächlich viel Rassismus auf Cuba geben dürfte, der sich gegen die Nachfahren der Sklaven richtet...


Zurück zu Santiago: Für uns hat sich Santiago als eine sehr lebendige, pulsierende Stadt präsentiert. Die Einwohner treiben sich auf dem Hauptplatz herum, halten Ausschau nach Touristen, denen sie eine Tour oder ein Restaurant anbieten können.


Der Hauptplatz mit dem ältesten Gebäude links. Der Balkon, von dem Fidel den Sieg verkündete ist mittig zu sehen.


Reges Treiben auf der Fußgängerzone
In der Fußgängerzone östlich des Hauptplatzes herrscht reges Treiben - Reebok und Nike haben dort bereits Stores, vor manchem Geschäften stehen die Leute Schlange und warten auf Einlass.
Die Straßen sind eng und zu manchen Zeiten mit alten Autos verstopft, die mit ihren Abgasen die Luft verpesten, dass es einem den Atem verschlägt.
Gerade im Zentrum gibt es massenhaft Lokale, aus denen ab den frühen Abendstunden laute Salsamusik schallt - Touristen tanzen mit Einheimischen - Cuba pur!
Jineteros (="Reiter", Schlepper, die Touristen in Restaurants/Lokale holen sollen) versuchen zu jeder Tageszeit ihr Glück bei den Touristen und Touristinnen - es macht Spaß, sich ein wenig, aber nicht zu viel, auf Pläuschen einzulassen. Irgendwann kommt dann mal der Punkt, wo jeder Jinetero anmerkt, dass er gerne Geld von uns hätte.

An Tag zwei haben wir einen Ausflug zum Gran Piedra gemacht. Tags zuvor haben wir uns wegen Preisen schlau gemacht, da wir noch Cuba-Anfänger waren haben wir den Schleppern nicht wirklich vertraut und den Ausflug über Cubatours gebucht. Im Nachhinein würde ich das nicht mehr so machen, weil es einfach teurer ist und ich nun weiß, dass man den Cubaneros ruhig vertrauen kann (abgesehen von den Preisangeboten ;)

Wir wurden von Cubatours mit einem Taxi abgeholt und hatten einen englischsprachigen Guide. Obligatorisch ist der kurze Stopp bei einem Verkaufsstand am Land, wo einem überteuerte Bananen (weil man am Anfang noch nicht weiß, wieviel sie kosten) und Schmuck aus Naturmaterialien angeboten werden.
Die Fahrt in die Berge ist ein echtes Erlebnis - Schlaglöcher, freilaufende Schweine und eine traumhafte Aussicht wahlweise über den Regenwald oder über die Küste.
Die erste Sehenswürdigkeit war - über einen besonders schlammigen Straßenabschnitt erreichbar - der botanische Garten mit allerlei Pflanzen, die man bei uns in den Blumenhandlungen als Zimmerpflanzen kaufen kann. - die dortige Führerin hat über diese Information von mir geschmunzelt. Zu sehen gab es viele Orchideen, Callas und auch die exotischen Papageienblumen oder den blühenden Puderquastenstrauch.

Nächster Halt war eine ehemalige Kaffeeplantage, die mittlerweile eine Museum ist. Man besichtigt die alte Finca, die von französischen Kolonialherren, die während eines blutigen Sklavenaustandes aus Haiti nach Cuba geflüchtet waren, errichtet wurde. Zu sehen gibt es alte Kolonialmöbel und haufenweise Häkeldeckchen. Am Balkon hat man einen Überblick über die Kaffeetrockenfläche. Meine Phantasie geht mit mir bei solchen historischen Orten immer durch - ich stelle mir vor, wie die Kolonialherren über ihre Sklaven gewacht haben, wie sie sie wohl behandelt haben könnten - wie die reiche Familie gelebt hat, womit sie ihren Tag verbracht hat - und wie die Sklaven gehaust haben, wie sie gelitten haben...


Als Highlight am Schluss dann der Gran Piedra. Über einen betonierten, stufigen Pfad geht es ca. 15 Minuten bergauf, der Große Felsen liegt dann ganz oben auf der Spitze des Berges. Über eine kurze Metallleiter sind wir noch ganz hinauf geklettert, wo, wie auch überall entlang des Pfades, Verkaufsstände für Touristen aufgebaut sind.
Die Aussicht ist eindrucksvoll - in die Berge hatten wir klare Sicht, nur über dem Meer war es dunstig, - leider als keine Sicht bis Haiti oder Jamaica.



Eines der besten Essen des ganzen Urlaubs in Santiago, alle Gäste im Lokal haben übrigens Deutsch gesprochen!
Ansonsten haben wir in Santiago keine Ausflüge unternommen, wir haben das gute Essen und die Atmosphäre der Stadt genossen um uns so richtig in karibische Urlaubsstimmung zu versetzen. Nach zwei Übernachtungen ging es mit dem Bus weiter nach Camagüey.


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Montag, 21. Dezember 2015

Cuba November 2015 - Reiseroute + Tipps zu den Verkehrsmitteln

Unsere Reiseroute für unsere 3wöchige Rundfahrt haben wir grob im Vorhinein festgelegt. Die Aufenthaltsdauer an den verschiedenen Orten haben wir dann spontan vor Ort entschieden.

- Ankunft in Havanna mit einer Übernachtung
- 15 Stunden Busfahrt über Nacht mit Viazul nach Santiago de Cuba, 2 Übernachtungen
- Busfahrt mit Viazul nach Camagüey, 2 Übernachtungen
- Autofahrt nach Trinidad, 3 Übernachtungen
- Busfahrt mit Viazul nach Cienfuegos, 2 Übernachtungen
- Taxi Collectivo nach Viñales, 6 Übernachtungen
- Taxi Collectivo nach Havanna, 3 Übernachtungen

Abgesehen von der ersten Busfahrt haben alle Transporte tagsüber stattgefunden. Die erste Fahrt klingt erschreckend lange - durch den Jetlag waren wir aber total müde und haben 13 Stunden verschlafen. Die weiteren Fahrten haben dann nicht mehr so lange gedauert. Wir haben das lange Stück gleich am Anfang hinter uns bringen wollen und nicht - wie es viele andere Touristen machen - von Havanna gemütlich Richtung Osten tingeln, um am Schluss dann vielleicht auch noch Stress zu bekommen, weil wir keinen Bus zurück bekommen. Mit dieser Vorgehensweise waren wir sehr zufrieden - es ist aber natürlich auch andersrum möglich.

Zeitlich wäre es wohl auch noch möglich gewesen, bis nach Baracoa zu fahren (weitere 4 Stunden Busfahrt von Santiago). Im Vorhinein ist uns das aber zu stressig vorgekommen - am Ende unserer Reise haben wir dann bemerkt, dass wir doch noch Zeit gehabt hätten -nichtsdestotrotz hatten wir auch im Westen der Insel eine tolle Zeit, es gibt dort sehr viel zu sehen.


VIAZUL

Die erste Fahrt mit Viazul von Havanna nach Santiago haben wir bereits in Österreich über das Internet reserviert und mit Kreditkarte bezahlt.
Die Reservierungsbestätigung konnten wir dann gegen das richtige Ticket umtauschen. Für die weiteren Viazulfahrten haben wir teilweise auch im Vorhinein eine Reservierung direkt an den Schaltern gemacht - da die Busstationen manchmal etwas außerhalb liegt, haben wir das dann gleich bei der Ankunft gemacht. Es gibt aber auch die Möglichkeit, kurz vor Abfahrt noch Restplätze zu ergattern - bei dem derzeitigen Strom an Touristen sollte man aber derzeit darauf gefasst sein, keinen Platz zu bekommen. Wir haben mehrere Male mitbekommen, wie Touristen die letzten zwei Plätze ergattern konnten.
Es gibt die ein oder andere besondere (für uns amüsante) Vorgehensweise bei Viazul:
- In Havanna gibt es zwei Schalter von Viazul. Obwohl beide scheinbar mit den gleichen Computern ausgestattet sind, ist es nur möglich, sein Ticket an dem einen Schalter zu erstehen. Wenn dort die Schlange schon sehr lange ist, und beim anderen Schalter direkt daneben niemand steht, wird man dort trotzdem wieder weggeschickt.
- Teilweise kann man von A nach B nur einmal täglich und das mitten in der Nacht um 2:30 fahren - auch wenn es sich um DIE Touristenorte schlechthin handelt.
- Das WC funktioniert nicht, an jedem Busbahnhof wird fürs Klogehen kassiert (Achtung, nicht zuviel zahlen!).
- Wenn der Busfahrer Lust auf Kaffee hat, bliebt er stehen und kauft sich bei einer Kaffeebude einen, wuascht, wie dringend die Touristen im Bus schon aufs Klo müssen; wuascht, wieviel Verspätung man schon hat.
- Die Tickets bekommt man nur zu bestimmten Zeiten, keine Minute früher! Wenn schon, dann 3 Minuten später - aber sicher und aus Prinzip nicht früher! Und wenn man sich anstellt, dann schon gar nicht :D   Am Anfang ist man als Europäer schon sehr irritiert, vielleicht sogar verärgert - aber schon nach wenigen Tagen waren wir darüber amüsiert und ebenso gelassen wie die Cubaner. Warten hat mir nichts mehr ausgemacht - einzig die drängelnden Touristen waren dann noch eine Irritation.


TAXI COLLECTIVO - Abenteuer inklusive

Ich weiß nicht, ob ich ein besonders misstrauisches Exemplar Mensch bin - aber es war anfangs wirklich etwas komisch mit diesen Taxis.
Zu einem Collectivo kommt man, indem man sich von wildfremden Cubanern auf der Straße - meist vor den Busstationen - anquatschen lässt. Das läuft üblicherweise nach Schema F - where are you from, wohin wollt ihr, same prize as Bus... wenn man sich darauf einlässt, wird Abfahrtag und Uhrzeit vereinbart. Das Service beinhaltet Abholung beim Casa und Ablieferung beim Ziel-Casa.
Beim ersten Versuch konnten wir es noch nicht recht glauben - doch es hat alles einwandfrei funktioniert. Noch dazu hatten wir grobe Notizen über die Buskosten dabei und das Collectivo war tatsächlich günstiger. Plan war auch, dass es schneller als der Bus ist (war dann aber nicht so).
Eine von vielen Pannen im 30-Minuten Takt mitten im Nirgendwo
Die Autos sind üblicherweise vollgestopft mit Touristen aus verschiedensten Ländern (sogar Einheimischen), mit verschiedensten Reiseplänen und im besten Fall kann einer davon ein paar Brocken Spanisch, damit man auch mit dem Fahrer kommunizieren kann. Die Fahrer konnten in unseren Fällen kein Englisch - die "Schlepper" auf den Busbahnhöfen, die das ganze organisieren, können es aber ziemlich gut.


Taxi Collectivo nach Vinales - Irgendwo ist für jedes Gepäckstück Platz

Die Cubaneros haben ein irre großes Collectivo Netz aufgebaut. Man kann scheinbar alle Strecken per Collectivo fahren (wenn man weiß, wo man einen Schlepper findet). Es wird dann bis zu bestimmten Sammelplätzen z.b. in der Mitte der Strecke gefahren, dort werden die Touristen ausgetauscht - der erste Fahrer fährt dann wieder zurück an seinen Ausgangsort, die Touristen fahren mit einem anderen Fahrer an ihren Zielort. Mit etwas Gelassenheit kann man auch über diverse Umwege hinwegsehen ( - hey, wer kommt schon zu einer Gratis 1,5stündigen Oldtimer Rundfahrt durch Havannas Stadtzentrum?) - angekommen sind wir immer gut, die Cubanos sind wahrlich Meister der Improvisation, darauf ist Verlass!
Kolbenfresser - Glücklicherweise schon fast am Ziel in Havanna

Abenteuerlich war jede einzelne Fahrt, jedes Mal haben wir sehr sehr nette Leute kennengelernt - 3 Mal hatten wir Autos, die irgendein Gebrechen (mehrmals hintereinander) hatten. Zwei Mal mussten wir den Fahrern vertrauen, als sie uns mit anderen Fahrern tauschten und uns versicherten, wir müssten dem zweiten Fahrer nichts zahlen - das sei alles geregelt.
Es hat alles geklappt! Es ist schwer, Vertrauen zu haben - doch im Nachhinein ist es ein tolles menschliches Erlebnis für mich gewesen, nicht enttäuscht zu werden. Das möchte ich nicht missen!


MIETAUTO

Wir haben im Vorhinein lange überlegt, ob wir uns ein Mietauto nehmen sollen - haben uns aber dagegen entschieden, weil uns die Kosten zu unklar waren.
Einerseits wäre es sicher besser möglich gewesen, Land und Leute individueller kennenzulernen - andererseits haben wir uns aber wohl auch ein paar Dinge erspart und andere Erfahrungen gemacht, die man mit Mietauto nicht hat.
Ein paar Infos, die wir von anderen Touristen bzw. selbst gemacht haben:
- Die Beschilderungen auf den Straßen sind rar - Spanischkenntnisse sind für Wegbeschreibungen sicherlich hilfreich
- Tankstellen sind ebenfalls rar, aber doch ausreichend vorhanden
- Kassiert wird, wie bei allem in Cuba, auch beim Parken permanent. Da ist man schon mal genervt.
- In manchen Städten möchte man vielleicht lieber nicht selbst hinterm Steuer sitzen (zumindest nicht mitten im Zentrum).
- Spontan vor Ort ein Mietauto zu ergattern, war für uns ein Ding der Unmöglichkeit - Touristen überfluten gerade die Insel und dementsprechend sind die Mietautos alle vorreserviert gewesen.
- Die Straßen sind wirklich schlecht, - besonders aber im Ostern der Insel. Oder wenn man zu Cayo Jutias fährt - aber wer hat sonst schon die Möglichkeit, sich wie in MarioCart zu fühlen.



Mittwoch, 16. Dezember 2015

Cuba November 2015 - Tipps und Tricks - Alles rund ums Geld

Im November 2015 war ich für drei Wochen mit meinem Bruder auf Cuba - mittlerweile bin ich seit zwei Wochen wieder in good old Austria. Es scheint derzeit ein riesiger Hype um die Karibikinsel ausgebrochen zu sein - daher möchte ich meine Erfahrungen mit all jenen, die ihren Urlaub noch vor sich haben, gerne teilen, los gehts!

1) Geld - CUC und MN/CUP, Kredikarten, Cadecas und Banken
Kommt ihr in Havanna an, gibt es am Flughafen mehrere Varianten, an kubanisches Geld zu kommen. Die Erste gibt es, nachdem man die ganzen Einreisemodalitäten erledigt hat, kurz vorm Ausgang aus dem Flughafen. Bei uns hatten diese Wechselstuben allerdings schon geschlossen, weil wir abends angekommen sind.
In der Abflughalle ein paar Meter weiter gibt es auch eine Wechselstube und gleich daneben auch einen Bankomat. Die Wechselstube tauscht aber maximal 200 Euro. Man bekommt dort auch nur CUC - also Peso Convertible.
Im Osten der Insel haben wir das Geldwechseln einfacher erlebt. In Santiago sind wir in die große Bank am Hauptplatz spaziert, haben eine Nummer gezogen und nach vielleicht 5 Minuten warten waren wir schon dran und konnten Geld wechseln so viel wir wollten. In Cienfuegos war es ebenso einfach.
Komplizierter war es (im speziellen für meinen Bruder) in Havanna und Viñales.
Zunächst sind an beiden Orten einfach viel viel mehr Touristen, die alle an Geld wollen. Dementsprechend gibt es vor den Banken oder Bankomaten schon mal Warteschlangen.

Das Problem bei meinem Bruder war, dass er eine Mastercard mit hatte - ich hatte eine Visa. Die Visakarte hat soweit ich das gesehen habe, bei allen Bankomaten funktioniert. Bankomaten finden sich eigentlich fast immer außen an den Bankgebäuden, selten auch anderswo.
In Havanna war es dann noch wie verhext mit den Öffnungszeiten der Banken - die hatten einfach alle zu, als er Geld gebraucht hat, bei einer wurden wir sogar weggeschickt, weil Schließzeit war.

Bekommen hat er sein Geld schließlich in einer Cadeca in der Fußgängerzone Obispo. Die Warteschlange war nicht all zu lange und am Ende unseres Urlaubes waren wir Anstellen und Warten eh schon gewöhnt.

Am Besten also immer rechtzeitig darauf achten, dass man noch genügend Geld hat - sollten mal die Banken geschlossen haben und die Bankomaten nicht funktionieren :)

Zur Moneda Nacional - also dem Peso - auch als MN oder CUP abgekürzt:
Umtauschen kann man CUC in CUP problemlos in den Cadecas.
Wir haben Touristen kennengelernt, die der Meinung waren, diese Währung nicht zu benötigen, da man mit dem Kleingeld des CUC auch alles bezahlen kann. Das stimmt sicherlich, wenn man allerdings auch nicht überall viel mehr zahlen möchte, als die Einheimischen und sich mühsames herumrechnen ersparen möchte, kann es nicht schaden, sich am Beginn des Urlaubs ein klein wenig Moneda Nacional in einer Cadeca zu ertauschen. Je nach Reiseart braucht man vielleicht auch nur 5 CUC umwechseln. Für Moneda Nacional bekommt man die kleine fettige cubanische Pizza oder Obst an den Ständen. Teilweise ist das Obst und die Pizza auch mit einem Fixpreis angeschrieben und man muss gar nicht verhandeln, wenn man CUP hat - wohl aber, wenn man CUC hat.

Als Beispiel: Wir wollten eine Pizza, welche 5 CUP kostet - sollten dafür aber 1 CUC bezahlen. 1 CUC ist etwa 24/25 CUP, also ein ganz schöner Touristenaufschlag. Wir konnten den Verkäufter dann noch auf 25 CUC-Cent herunterhandeln, was etwa 6,25 CUP entspricht - damit waren wir dann zufrieden.
Es gab aber auch Verkäufer, die sich nicht auf einen angemessenen Preis mit uns einigen wollten - wenn wir da schon CUP gehabt hätten, hätten wir uns die Diskussion erspart und ihm einfach das bezahlt, was er an der Wand ausgeschildert hatte.
Für Bananen  haben wir übrigens 1 CUP pro Banane bezahlt.

Solltet ihr, so wie ich, am Schluss doch viel zu viele CUP übrig haben, kann man damit auch in allen Geschäften zahlen, z.b. in den Caracolshops. Ich habe damit am Schluss noch den Rum für zu Hause bezahlt. In den Geschäften ist auch alles in den beiden Währungen angeschrieben, da braucht man sich also auch keine Sorgen machen, dass man als Tourist draufzahlt.

Wichtig zu erwähnen ist auch noch das Kleingeld.
In Cuba wird für alles mögliche abkassiert, das Auto wird einem gegen Kleingeld bewacht und für das Klo bzw. Klopapier wird auch die Hand aufgehalten. Anfangs hatten wir jedoch nur CUC und auch kaum Kleingeld - so haben wir immer viel zu viel bezahlt. An den Raststationen, bei denen wir mit dem Bus angehalten haben, haben wir fast immer 1 CUC bezahlt - für WCs die oft kein Wasser hatten und deren Tür nichtmal eine Türschnalle, geschweige denn einen Riegel hatte. Irgendwann hab ich dann kapiert, dass der 1 Peso, der manchmal angeschrieben ist, wohl der Peso Nacional (MN oder CUP) sein soll und ab da hab ich nur noch 10 oder 25 Cent bezahlt, manchmal habe ich mich auch so durchgeschwindelt oder bin ich einfach schnell weitergegangen - WC Papier hatte ich ohnehin meist mein eigenes dabei.
Versteht mich nicht falsch, ich bin schon bereit, für den Klogang etwas zu bezahlen, wenn es etwas wert ist - aber einfach nur, weil man sozusagen in einer Not ist, voll abzukassieren, finde ich nicht richtig und ich fühlte mich teilweise schon sehr ausgenutzt. Schließlich bin ich kein Goldesel und wenn man dann 3 Wochen unterwegs ist, und sogar für den Klobesuch im Restaurant, wo man gerade eine Hauptspeise konsumiert, noch zahlen soll, finde ich es wirklich reichlich übertrieben.
Ich würde euch wirklich empfehlen, nicht wie selbstverständlich überall 1 CUC zu bezahlen - hätte ich das so beibehalten hätte ich wahrscheinlich zwischen 40 und 50 Euro nur dafür ausgegeben. Versucht, eure 10 und 25 Centstücke dafür aufzubehalten, das ist wirklich ein angemessener Preis! Die Einheimischen jedoch bezahlen 1 CUP und es ist total ok - aber da hört sich bei den Cubanern der Kommunismus wohl auf.

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Weitere Vorschläge und Fragen einfach an mich schreiben - momentan sind die Erfahrungen alle noch frisch vorhanden. Ich bemühe mich auch noch, Artikel zu den einzelnen Zielen zu schreiben.

Verlinken werde ich den Beitrag auch, wenn ich Reiseberichtlinksammlungen finde.
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