Dienstag, 20. Oktober 2015

Gehäkelte Hausschuhe



Unsere Wohnung ist leider ziemlich kalt zu dieser Jahreszeit. Wir haben außer oberhalb keine direkten Nachbarn - also kommt es von allen Seiten kalt zu den Mauern. Auch der Fußboden fühlt sich ähnlich an, wie eine Eisscholle in Grönland...
Ich habe schon länger die extrem flauschigen - aber auch ziemlich unattraktiven Omi-Hausschlapfen für mich entdeckt. Mein Freund allerdings hat sich noch nicht überwunden, sich so hässliche Opa Hausschuhe zuzulegen. Er zieht es vor, sich in meine hineinzuzwängen - ihr müsst nur wissen, dass er ungefähr um acht Nummern größere Schuhe trägt als ich.
Also habe ich mich endlich mal wieder hinter die Häkelnadel gesetzt und ihm ein paar Hausschuhe (oder Haussocken?) gezaubert - geht mit der dicken Wolle sehr schnell!
Eine schöne, flauschige Wolle für Nadelstärke 10 hatte ich noch zu Hause - musste aber zusammenstückeln.

Anleitungen findet man mittlerweile schon viele im Netz, meine Variante war:
3 Luftmaschen anschlagen, mit einer Kettmasche verbinden
in den Ring 5 feste Maschen häkeln
in der nächsten Runde verdoppeln auf 10 feste Maschen
dann wiederum auf 20 feste Maschen verdoppeln
ab dann habe ich spiralförmig in festen Maschen weitergehäkelt - also nicht immer jede Runde abgeschlossen, bis zum Ansatz des Schienbeines. 
Ab da habe ich hin und zurück gehäkelt, aber die Reihe nicht zusammengeschlossen, jede Reihe habe ich mit 2 Luftmaschen begonnen.
Bei der richtigen Fußlänge angekommen habe ich dann von oben nach unten zusammengehäkelt, sodass der Schuh geschlossen ist. Ich musste etwas herumprobieren, da sich die Wolle sehr gedehnt hat und nachdem wir anfänglich dachten, es passt, wurde es dann doch zu groß.

Der Fuß meines Freundes musste als Modell herhalten, bis wir die richtige Länge erreicht hatten, so habe ich den Schuh ganz genau anpassen können. Mein Freund hat Schuhgröße 45, der Schuh ist etwa 30 cm lang und sitzt jetzt eher eng als weit.

Für die Augen habe ich weiße Kreise, angefangen mit einem Magic Ring gehäkelt und oben drauf mit der gleichen Methode aus schwarzer Wolle die Pupillen gefertigt.

Das Ergebnis seht ihr hier:






Es wäre wohl eine gute Idee, auf die Fußsohle Anti-Rutsch-Latex anzubringen, aber ich hab und bekomm hier nicht so fix welches her und online zahle ich höhere Versandkosten als das Produkt selbst kostet, sehr schade.

Vielleicht bringe ich auch einfach unten drunter einen Staubwedel an, denn die Socken haben nach kurzem Gebrauch schon ein paar Fussel aufgesammelt (oder ich sollte mal wieder Staubsaugen)...

Falls jemand Ideen für Anti-Rutsch-Dings für die Sohle hat oder weiß, wo ich in Wien das Latex bekomme, immer her mit der Info, die Schuhe sind so schnell fertig, da mach ich bestimmt auch noch welche für mich!

Und ab damit zu Häkelliebe und dem Creadienstag

Sonntag, 9. November 2014

Lauch (Porree) trifft Schinken - und raus kommt ein leckerer Aufstrich!

Ein Rezept, das ich unbedingt teilen - und nebenbei selber nicht vergessen möchte - ist jenes, von diesem leckeren Schinken-Lauch-Aufstrich.
Das erste Mal bin ich in seinen Genuss bei der Weinlese eines Bekannten vor ca. 5 Jahren gekommen. Von da an war ich der Köstlichkeit mit Haut und Haar verfallen.
Selbst großzügig bemessene Mengen halten nicht lange und verschwinden in Windesweile mittels Löffelchen und ganz ohne Brot in meinem Mund.

Beim Besuch bei meinen Eltern am vorigen Wochenende, wo ich deren noch im Garten verbliebenes Wintergemüse beäugte, konnte ich zwei riesige Sellerieknollen (wir sagen Zeller) und nach einigen weniger glücklichen Bekanntschaften mit wurmigem Lauch - auch zwei ganz passable Stangen Lauch/Porree in unsere kleine Stadthöhle mitnehmen.
Aus dem Porree habe ich mir dann heute endlich mal wieder meinen geliebten Aufstrich gerührt.


Für alle, die das einmal probieren möchten:

ca. 100 g geputzter Lauch
ca. 150 g eines würzigen Schinkens (in meinem Fall Backofenschinken)
1 Pkg Qimiq
1 Becher Sauerrahm
Salz
Pfeffer


Den Lauch habe ich gewaschen und in grobe Stücke geschnitten. Gemeinsam mit dem Schinken habe ich ihn dann ganz faul in einem Standmixer zerkleinert.
Früher hab ich das immer mit dem Messer kleingeschnippelt, aber mit dem Mixer gehts auch, nur die Textur des Aufstriches wird dann feiner.

Porree und Schinken in zerkleinertem Zustand
Anschließend mit dem Qimiq und Sauerrahm verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Empfehlenswert ist es, den Aufstrich dann noch einige Stunden ziehen zu lassen, damit alles schön durchzieht - aber meistens halte ich mich selber auch nicht daran.


Schmeckt lecker auf frischem Brot!

Viel Spaß beim Nachkochen!


Dienstag, 23. September 2014

Making Of Schweizer Bergkäse - Grindelwald

Meine Freundin B hat seit Ende Juli das Stadtleben Wiens hinter sich gelassen, um sich zwei Monate als Sennerin auf einer Alm in Grindelwald zu beweisen. Wir haben voriges Jahr gemeinsam Freunde besucht, die auch als Senner gearbeitet haben und ein bisschen in die Arbeit hineinschnuppern können, aber prinzipiell war sie eigentlich Neuling auf dem Gebiet. 
Leider habe ich versäumt, von ihren Kühen und dem Melken (das kann ich wenigstens auch) Fotos zu machen. Aber hier ein paar Eindrücke von der Käseherstellung...
 
Der Arbeitsplatz - schon mit Strom, aber das Feuer unterm Kessel ist noch handgemacht
Die Milch wird nach dem Melken in den großen Kupferkessel geleert. B hatte 33 Kühe, hat davon aber nur 29 gemolken. Einige sind trocken gestellt - eine Kuh gibt ja eigentlich nur Milch, nachdem sie ein Kälbchen geboren hat, einige Monate danach wird die Milch dann immer weniger und schließlich wird die Kuh trocken gestellt, damit sich das Tier und der Euter bis zum nächsten Kälbchen erholen können.
Insgesamt haben die Kühe etwa 230 Liter Milch gegeben, die einzelne Abgabemenge schwankt dabei je Kuh zwischen 6 und 18 Liter.

Ich bin eine ganz große Milchtrinkern - zu wissen, wie das funktioniert, finde ich daher sehr spannend. Gleich nach dem Melken finde ich die Milch übrigens am allerbesten und dann noch mit dem Wissen, dass die Kuh in den Bergen lustwandeln darf...schön!
Glücklicherweise scheine ich weder ein Problem mit Rohmilch, noch mit Laktose zu haben, das hätte ich spätestens bei meinen Sennbesuchen gemerkt.
Auf den Bildern oben ist also die Milch bereits im Kessel, zuvor wurde eine Käsekultur hinzugefügt - die wird jeden Tag weitergezüchtet (indem man etwas Milch inkl. Kultur aus dem Kessel aufhebt und in bestimmter Zeit zu einer bestimmten Temperatur erwärmt, soweit ich das mitbekommen habe).

Der Käse wird mit einem Tuch aus dem Kessel gefischt und so gleichzeitig abgeseiht, übrig bleibt leckere Molke
Danach kommt er mitsamt Tuch in eine Art Springform. Er wird mit Gewicht beschwert, sodass die Flüssigkeit herausgepresst wird. Am nächsten Tag kann der Käse aus der Form.

Er kommt dann in einen Extraraum, wo er zuerst in Salzlake baden darf. Danach wird er täglich mit Salzwasser eingeschmiert. Älterer Käse glaube ich nicht mehr, aber das hab ich nicht so genau mitbekommen. B hat täglich zwei Laib Käse produziert. Zusätzlich noch Butter, ab und zu mal Mutschli (=Käse).. 
Hütte mit Ausblick auf das Wetterhorn samt Gletscher
Ebenfalls Ausblick
Morgendlicher Ausblick auf die Eigernordwand

Die Hütte am Schwandboden, ca. 1750 Meter Seehöhe

Wenn ihr mal die Gelegenheit habt, nach Grindelwald zu fahren - oder jemandem beim Melken und Käsen über die Schulter zu schauen, dann nutzt das aus! Milch und Käse sind so alltägliche Produkte bei uns, da finde ich es als Konsumentin toll, einen Einblick zu haben.
Auch gibt es ja immer wieder Diskussionen über die Milchpreise - wenn man die Arbeit, die hinter der Milcherzeugung steckt, kennengelernt hat, ist einem das Produkt vielleicht auch ein paar Cent mehr wert?

Auf jeden Fall lohnt ein Besuch auf einer Alm, das einfache Leben und die (harte) Arbeit machen mich irgendwie zufrieden, und ich hoffe, dass ich noch ein paar Mal so eine Möglichkeit habe.