Samstag, 15. Februar 2014

Die Schlehe - Wildobst und seltene, alte Obstart


Meine Mama ist eigentlich eine Vorzeigeantialkoholikerin, aber das hat sich über den Winter geändert. Denn meine Mama ist jetzt auf den Likör gekommen. Marillen- und Rotweinlikör sind ihr am Liebsten, wenn sie mit ihrer Freundin abends gemütlich zusammensitzt.

Wo immer sich jetzt die Gelegenheit auftut, nehme ich meiner Mama ein kleines Fläschen mit einer Likörsorte mit, wie zum Beispiel den exotisch klingenden Aronialikör vom Lungauer Weihnachtsmarkt - der aber eigentlich gar nicht so exotisch ist, sondern eine uralte, mittlerweile sehr unbekannte Beerensorte.

Der Aroniastrauch wächst bei uns nicht, aber bei einem Sonntagsspaziergang mit unserer alten Hundedame sind mir um die Weihnachtszeit massenweise verschrumpelte, dunkelblaue Beeren aufgefallen - Schlehen!
Fotoscheues Hundemodell

Geht ja doch...




2013 waren im Weinviertel alle Obstsorten im Überfluss vorhanden, so scheint es auch bei den wild wachsenden Schlehen zu sein - naja ich glaube, so ganz wirklich wild wachsen sie nicht. Denn zwischen den, durch die Kommassierung (=Zusammenlegung vieler kleiner Äcker zu einem Großen) entstandenen, großen Feldern wurden überall Windschutzgürtel angelegt. Wie der Name schon sagt, ist deren Sinn, den Wind in unserer Gegend etwas zu bremsen und so der Bodenerrosion vorzubeugen. 

Und in genau so einem Windschutzgürtel habe ich ganz viele voll behangene Schlehensträucher entdeckt und nach kurzer Recherche in der elterlichen Bibliothek etwa 1 kg der kleinen schwarzen Beeren gepflückt. Scheinbar gehören die Schlehen zu den Früchten, die am Besten geerntet werden, wenn es schon gefroren hat. Zum Roh essen sind die kleinen Dinger übrigens nicht wirklich geeignet - glaubt mirs, ich habs probiert, sie schmecken nicht wirklich.
Da die Sträucher so voll behangen waren, ist das Pflücken erstaunlich schnell von Statten gegangen und ich hab mich auch gar nicht mal so viel an den Dornen gestochen.


Die Beeren habe ich kurz gewaschen und abtropfen lassen. Danach habe ich sie mit selbst gebranntem Apfelschnaps (Schnaps brennen ist DAS Hobby meines Vatis), destilliertem Wasser und aus destilliertem Wasser und Zucker gekochtem Sirup angesetzt. Dann ist noch die Experimentierfreude mit mir durchgegangen und ich hab noch Zimt und Rotwein dazugegeben. 



Jetzt baden die Schlehen schon ungefähr seit Weihnachten in der Brühe - ich hab es seither noch nicht wieder zu meinen Eltern geschafft, um es abzuseihen. Aber je länger sie ansetzen, umso mehr Geschmack sollte der Likör eigentlich bekommen.
Demnächst geht es aber wieder mal in meine Heimat und ich bin schon sehr gespannt, ob das Ganze genießbar ist.
Das Rezept folgt, wenn ich mit dem Produkt zufrieden bin!


Kommentare:

  1. Wünsche dir viel Spaß in deiner Heimat ;) Ich hoffe doch, dass alles genießbar sein wird!!! lg Manu

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  2. Danke Manu! Wenn der Likör nicht schmeckt, werde ich hemmungslos mit Zucker- oder Rotweinsirup herumpanschen, bis es der leckerste Likör überhaupt wird - kann ja dann nur noch besser werden. Nur mit dem Rezept wird es dann schwierig :D

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